Nachhaltige Entwicklung auf Gemeindeebene
   
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Nachhaltige Entwicklung in der Gemeinde Gurzelen

Anlässlich seiner Klausurtagung vom 10. August 2009

hat der Gemeinderat das Thema "Nachhaltige Entwicklung in der Gemeinde Gurzelen" analysiert.

Der Handlungsbedarf der einzelnen Themen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft wurde dazu einer eingehenden Prüfung unterzogen.

Ein Nachhaltigskeitsprozess ist nicht ein einmaliger Aktionsplan, der ein für alle Mal festgelegt wird, soendern ein fortlaufender Optimierungsprozess.

Er beinhaltet folgende Etappen: eine Bestandesaufnahme, Zielsetzungen, ein Aktionsprogramm, die Umsetzungsphase und eine Evaluation, welche die Grundlage für erneute, weiterführende Aktionen bildet.

 

Die Legislaturplanung des Gemeinderates wird in Zukunft gestützt auf die Nachhaltige Entwicklung durchgeführt.

Folgende Bedarfsfelder werden dabei zusätzlich und mit speziellem Engagement verfolgt:

  • Anteil erneuerbare Energien: Wärme, Strom
  • Baulandreserven, Zonenplanung
  • Kommunikation zwischen Gemeinderat und Bevölkerung
  • Bereitschaft der Bevölkerung zum Engagement in Behörden stärken

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass die Nachhaltige Entwicklung auch in der Gemeinde Gurzelen gelebt werden muss

und dies für die zukünftige Organisation einer Gemeinde wichtig ist.

 
 

Einführung in die NE-orientierte Gemeindepolitik   Praxisorientierter Grundlagenbericht (pdf)

 

Nachhaltige Entwicklung:   Definition

«Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche weltweit die heutigen Bedürfnisse zu decken vermag,

ohne für künftige Generationen die Möglichkeit zu schmälern, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken.»

In der neuen Bundesverfassung von 1999 ist die Förderung der Nachhaltigen Entwicklung ein zentrales Ziel.

Auf nationaler Ebene hat das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) die Federführung für das Thema Nachhaltige Entwicklung.

  • Ganzheitliche ausgewogene Berücksichtigung von Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft
  • Berücksichtigung der Interessen zukünftiger Generationen (intergenerationelle Solidarität )
  • Berücksichtigung der Interessen aller Erdenbewohner/-innen (intragenerationelle Solidarität)



Das Kernproblem der Nachhaltigen Entwicklung liegt in der Überwindung von Zielkonflikten zwischen den drei Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.

Folgende Grundregeln sind gemäss Bundesratsstrategie dabei zu beachten:

  • Entscheide sind so zu fällen, dass im Verlauf der Zeit nicht eine Dimension systematisch zu Gunsten
    der anderen Dimensionen benachteiligt wird.
  • Bei der Interessenabstimmung müssen unverhandelbare Randbedingungen (z.B. Gesetze, Grenzwerte, ethische Grenzen)
    in allen drei Dimensionen eingehalten werden.
 
Zuständigkeiten und Umsetzung


Grafik: Zusammenarbeit des Bundes mit den Kantonen und Städten auf dem Gebiet der Nachhaltigen Entwicklung

Der Bundesrat trägt die oberste politische Verantwortung für die Schweizer Nachhaltigkeitspolitik.

Er beauftragte das Bundesamt für Raumentwicklung ARE mit der Koordination der Umsetzung seiner Nachhaltigkeitsstrategie (Umsetzungscontrolling, Monitoring- und Evaluationsaufgaben) auf Bundesebene, aber auch in der Zusammenarbeit mit Kantonen, Gemeinden und weiteren Akteuren.

Wichtigstes Gremium auf Bundesebene ist der vom ARE geleitete Interdepartementale Ausschuss Nachhaltige Entwicklung IDANE. Er entwickelt die Politik des Bundes im Bereich Nachhaltige Entwicklung weiter und dient als Austauschplattform für die zahlreichen nachhaltigkeitsrelevanten Aktivitäten des Bundes. Dem IDANE gehören rund 30 Verwaltungseinheiten an, deren Aufgaben für die Nachhaltige Entwicklung von Bedeutung sind.

Das ARE pflegt über das «Forum Nachhaltige Entwicklung» eine enge Zusammenarbeit mit den Kantonen und Gemeinden und fördert Nachhaltigkeitsprozesse auf kantonaler, regionaler und lokaler Ebene. Denn im föderalistischen System der Schweiz liegen viele nachhaltigkeitsrelevante Bereiche in der Verantwortung der Kantone und Gemeinden. Das ARE unterstützt innovative Umsetzungsprojekte in Kantonen und Gemeinden (Förderprogramm Nachhaltige Entwicklung) und fördert die Anwendung von Instrumenten für die Messung und Beurteilung der Nachhaltigen Entwicklung (Indikatorenplattform «Cercle Indicateurs», Methodik der «Nachhaltigkeitsbeurteilung»).

 
Angebote für Kantone und Gemeinden
Die Nachhaltige Entwicklung kann nur mit der aktiven Beteiligung aller Akteure, insbesondere der der Kantone, Städte, Gemeinden und Regionen umgesetzt werden. Zur Erreichung dieses Ziels bietet das ARE verschiedene Tätigkeitsfelder an: Das Forum Nachhaltige Entwicklung als Austausch- und Koordinationsplattform, ein Förderprogramm, ein Verzeichnis Guter Beispiele, Kommunikationshilfen und Qualitätskriterien für Nachhaltigkeitsprozesse.
Das ARE unterhält auch eine Datenbank aller Nachhaltigkeitsprozesse in der Schweiz (Umsetzung in Kantonen und Gemeinden). Es bietet im "Cercle Indicateurs" die Möglichkeit, in einem Kanton oder einer Stadt die Nachhaltige Entwicklung über Nachhaltigkeitsindikatoren zu messen und entwickelt Methoden für die Nachhaltigkeitsbeurteilung von Projekten.
 

Was sind Kernindikatoren der Nachhaltigen Entwicklung?
Indikatoren sind Hilfsmittel zur regelmässigen Lagebeurteilung. Aus Sicht der Politik können sie unterschiedliche Zwecke haben:


Konkretisierung von für die Nachhaltige Entwicklung relevanten Themen bzw. Zielbereichen;

Sensibilisierung, Kommunikation und Förderung des Verständnisses für Nachhaltige Entwicklung;

Erkennen eigener Stärken und Schwächen;
Beurteilung der zeitlichen Entwicklung (Monitoring);
Vergleich mit anderen (Benchmarking);
Meinungsbildung und Festlegung von Massnahmen und Vorhaben zur politischen Steuerung

(Strategien/Konzepte und Programme/Projekte).

 
 

Gemeinde Gurzelen — Geoportal des Kanton Berns 

 
 
 
Praxis mit der Nachhaltigen Entwicklung
 

diese Seite drucken...   letzte Aktualisierung: 25 Januar, 2012